Sonntag, 7. September 2008

Kurzfilm/Court-métrage: „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“ («Un moisonneur qui s'appelle la Mort»)

Von allen deutschen Volksliedern gehört Ein schöns Mayenlied zu denen, die ich am liebsten mag. Ursprünglich wurde es von einem unbekannten Dichter 1638 als Flugblatt verfaßt und im selben Jahr von dem Augsburger Hofprediger und Professor Jacob Balde vertont, bis es Clemens Brentano dann 1808 als Erndtelied in den zweiten Band seiner Liedsammlung Des Knaben Wunderhorn aufnahm.

Da es im Reiche der Musik und des Kinos keine Grenzen gibt, geisterten mir schon seit geraumer Zeit Bilder zu dem Lied durch den Kopf, weshalb ich das Volkslied als Inspirationsquelle für einen Kurzfilm verwendet und damit indirekt meinem kleinen Gemüsegarten ein kinematographisches Denkmal gesetzt habe.

Die Musik habe ich auf Klavier eingespielt und den Kurzfilm nach sommerlichen Drehtagen heute im September vollendet. Da die Wirkung des Films sehr auf dem Verständnis des Textes basiert, habe ich englische Untertitel zum Youtube-Video hinzugefügt, die bei Bedarf aufgerufen werden können. Die weiteren Strophen dieses Liedes sind hier nachzulesen.

Kommentare und Meinungen zu diesem Film gibt es wie immer bei DVDuell zu lesen.

De toute les chants populaires germaniques, Ein schöns Mayenlied fait partie de mes chants préfèrés. Conçu par un poete inconnu comme tract en 1638 et mis en musique par le prédicateur Jacob Balde à Augsburg dans la même année, Clemens Brentano l'ajouta comme Chant de moisson dans le deuxième volume de son receuil de chansons Des Knaben Wunderhorn en 1808.

Parce qu'il n'y a pas de frontières dans le royaume de la musique et du cinéma, certaines images me sont venus à l'esprit. J'ai donc pris ce chant comme source d'inspiration pour un court-métrage et faisait donc aussi un monument cinématographique pour mon petit jardin de légumes.

Aujourd'hui, j'ai terminé le court-métrage en Septembre et la musique a été joué par moi même dans le piano. Parce que l'effet s'appuye beaucoup sur la comprehension du texte, j'ai créé des sous-titres et les ai fait disponibles sur youtube.


Montag, 1. September 2008

Filmische Nachtgedanken/Pensées de nuit cinématographiques

Manchmal geht die Inspiration wirklich verschlungene Wege. Vor einer Woche träumte ich im Schlaf von der Idee zu einem perfekten Kurzfilm: dabei zeichnete ich das Storyboard und kaufte schon die Requisiten. Doch dann wachte ich plötzlich auf und ärgerte mich, dass es nur ein Traum war und ich darüberhinaus auch sämtliche Dialoge vergessen hatte. Die Bilder waren aber immer noch präsent. Und so skizzierte ich schnell das Wesentliche, um es dem Entschwinden zu entreißen. Ein paar Tage später habe ich dann abends eine Szene daraus auf Leinwand gebracht, das Resultat ist links zu sehen. Acryl auf Leinwand, 50x60cm. Die Reproduktion für diesen Blog besorgte freundlicherweise wieder André Wirsig.

De temps en temps, l'inspiration prends des chemins inattendues. Il y a une semaine j'ai rêvé de l'idée du court-métrage parfait. Comme s'habitude, j'ai dessiné le storyboard et j'ai construit le décor. Malheureusement je me suis réveillé, et quand j'ai remarqué que c'était un rêve j'étais très faché d'avoir oublié tous les dialogues. Mais les images restaient encore présent à l'esprit. Et c'est pour ca que j'ai vite esquissé l'essentiel pour prévenir leur disparition. Quelques jour après, j'ai peint un tableau de cette scène, on peut voir le résultat en haut à gauche. Acrylique sur toile, 50X60 cm.

Samstag, 30. August 2008

Das Bildnis des Eric M.

Portraits sind immer ein verwegenes Unterfangen. Die einen stellen es auf den Dachboden und bleiben ewig jung, andere nutzen es schnöde als dekorativen Wandbehang. Doch egal, welches Nutzungskonzept die Jahre bringen werden, zuerst muss es gemalt werden. Und so habe ich zeitweise allen avantgardistischen Tendenzen abgeschworen und meinen 18jährigen Bruder so realistisch wie möglich auf Leinwand gebracht. Das Resultat ist links zu sehen. Acryl auf Leinwand, 40x60cm. Die Reproduktion für diesen Blog besorgte dankenswerterweise André Wirsig.

Sonntag, 1. Juni 2008

Le beau chasseur

Kino kann inspirieren. Nachdem mein Gourmet-Kater Leo wieder einmal schlafend auf dem Sofa verweilte, kam mir unweigerlich das wunderbare Bild in den Sinn, welches Michel Piccoli in Jacques Rivettes bezaubernden Film La belle noiseuse/Die schöne Querulantin gemalt hat. Da die Ähnlichkeiten bis auf wenige Ausnahmen frappierend waren beschloß ich, daraus mal wieder ein Gemälde zu machen. Das fertige Bild trägt den Titel Le beau chasseur, hat die Abmessungen 50x60cm und ist in Acrylfarben ausgeführt. Die Reproduktion für diesen Blog besorgte André Wirsig.

Montag, 26. Mai 2008

Kurzfilmnacht

Morgen Abend findet in Schloß Scharfenberg bei Meißen die Präsentation meines neuen Kurzfilms, Comment est-il possible... (Wie ist es möglich...) statt. Nach der Projektion diskutiere ich mit Studenten des Interkulturellen Managements der Hochschule Mittweida über die im Film aufgeworfenen Fragen um Malerei, Literatur und Kino.
Interessenten sind herzlich willkommen.

Mittwoch, 14. Mai 2008

ARTischocke

Manchmal gibt es noch die kleinen Dinge, die das Leben so besonders werden lassen. Wie beispielsweise heute Abend, als ich die erste Artischocke des Jahres aus eigenem Anbau verkostet habe.

Sie hat ihr Herz liebevoll in hauchdünne Blättchen gehüllt, das der Feinschmecker erst sorgsam freilegen muß, bis er dann ganz privat mit der Königin des Gemüses ein kulinarisches Zwiegespräch führen kann.

Auf den Bildern sieht man die erste Artischocke 2008 jeweils vor und nach ihrer Verarbeitung. Beigleitet wurde sie von frischem Baguette und einer Flasche 2006er Müller-Thurgau des Weingutes Hoflößnitz aus Radebeul in der limitierten Wandertheater-Edition. Köstlich.

Sonntag, 11. Mai 2008

Kurzfilm/Court-métrage: „Comment est-il possible...“

Als ich 2006 eine Pariser Ausstellung über das graphische Werk Goyas besucht hatte, kam mir angesichts der ungeheuren emotionalen Wucht, die die Folge Desastres de la Guerra/Die Schrecken des Krieges bei mir auslöste, der beklemmende Gedanke: Wie ist es möglich, daß nach diesen Bildern jemals wieder Krieg aufkommen konnte? Ich stellte mir Fragen nach der Wiederholbarkeit der Geschichte, aber auch, wieso Menschen immer wieder dieselben Fehler machen, obwohl ja alles in Geschichte, Literatur, Kunst und Kino verarbeitet wurde – ein Thema, dem sich beispielsweise wiederum Flaubert sein ganzes Leben lang gewidtmet hat, am treffendsten sicherlich in Bouvard et Pécuchet.

Mein Kurzfilm geht der Frage nach, ob Lösungsmöglichkeiten existieren und bringt Beispiele aus Malerei, Literatur und Kino. Die Musik stammt von mir, mein Dank geht an die Statisten.


Der Film ist vollständig in französisch gehalten, weil man da so wunderbar mit der Sprache spielen kann, und die Frage nach der Bêtise humaine in Deutschland nie so messerscharf gestellt wurde wie in Frankreich. Die Textpassagen werden in der jeweiligen Landessprache gelesen, Hesse demzufolge auf deutsch, Flaubert auf französisch.

Um ein Übermaß an Text zu vermeiden, sollte der Film im Original gesehen werden. Ich habe jedoch gleichzeitig eine deutsch untertitelte Variante bereitgestellt.
Eine ausführliche Diskussion gibt es wie immer im Filmforum DVDuell.

Ich wünsche viel Spaß beim Rezipieren und Diskutieren.

Comment est-il possible... (französische Originalversion). Es sind wahlweise deutsche und englische Untertitel bei Klick auf "CC" verfügbar.