Montag, 1. September 2008

Filmische Nachtgedanken/Pensées de nuit cinématographiques

Manchmal geht die Inspiration wirklich verschlungene Wege. Vor einer Woche träumte ich im Schlaf von der Idee zu einem perfekten Kurzfilm: dabei zeichnete ich das Storyboard und kaufte schon die Requisiten. Doch dann wachte ich plötzlich auf und ärgerte mich, dass es nur ein Traum war und ich darüberhinaus auch sämtliche Dialoge vergessen hatte. Die Bilder waren aber immer noch präsent. Und so skizzierte ich schnell das Wesentliche, um es dem Entschwinden zu entreißen. Ein paar Tage später habe ich dann abends eine Szene daraus auf Leinwand gebracht, das Resultat ist links zu sehen. Acryl auf Leinwand, 50x60cm. Die Reproduktion für diesen Blog besorgte freundlicherweise wieder André Wirsig.

De temps en temps, l'inspiration prends des chemins inattendues. Il y a une semaine j'ai rêvé de l'idée du court-métrage parfait. Comme s'habitude, j'ai dessiné le storyboard et j'ai construit le décor. Malheureusement je me suis réveillé, et quand j'ai remarqué que c'était un rêve j'étais très faché d'avoir oublié tous les dialogues. Mais les images restaient encore présent à l'esprit. Et c'est pour ca que j'ai vite esquissé l'essentiel pour prévenir leur disparition. Quelques jour après, j'ai peint un tableau de cette scène, on peut voir le résultat en haut à gauche. Acrylique sur toile, 50X60 cm.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du bist fast wie Mendeleyew:) Aber wirklich fallen geniale Ideen in der Unbewußtheit ein. Mir scheint es, dass du mir etwas einmal darüber erzählt hast.Solche Verbindung der Farben schafft die angenehme Abiente des Gesprächs zweier Freunde oder Bekannten. Aber was für Leute sind sie? - Diese Frage lässt du uns durch das Fehlen der Gesichter selbst beantworten. Noch ein guter Anlass du denken und sich die Story einzubilden. Patrick Müller, gelingt es dir wirklich solche Momente zu schafen :)
Liebe Grüße,
Mascha

Patrick hat gesagt…

Stimmt, Mendelejew bezog Inspiration aus Träumen. Aber auch August von Kekulé, mußte erst seinen Schlangentraum träumen, bis sich ihm das Geheimnis des Benzolrings erschloß. Später meinte er: "Lernen wir träumen, dann finden wir vielleicht auch die Wahrheit." Und Arthur Koestler schrieb in seinem Buch "Der göttliche Funke": "Ob Wissenschaftler oder Künstler, die Mechanismen sind die gleichen. Alle großen Werke sind das Resultat der Befreiung von der Routine
des Denkens und Tuns." Nun er meinte beispielsweise, dass ihm morgens im Halbschlaf die besten Ideen kämen, weil da der Verstand noch nicht ganz hochgefahren ist und der Traum und die Phantasie noch nicht in ihre Schranken verwiesen worden sind. In dieser Stufe beginnen verschiedene Hirnbereiche zusammenzuarbeiten bzw. transzendieren, und es können völlig neuartige Ideen und Bilder entstehen.

Das eben vorgestellte Bild ist dagegen etwas völlig anderes, da es exakt einem erlebten Traum entsprungen ist, und nicht dem Halbschlaf. Freut mich, wenn du dir deine eigene Geschichte dazu ausgedacht hast, so soll es sein. Ich würde mich freuen, sie zu hören.

Überhaupt hatte das Bild etwas sehr Erfreuliches, schon so viele unterschiedliche Deutungen wurden an mich herangetragen. Wenn Kunst das schafft, dann bin ich überglücklich und das Bild, das eigentlich ein Film werden sollte, hätte somit seine ideale Form gefunden.